Ahoi am Hafen Althagen! Immer eine Handbreit Wasser unter’m Kiel

Das Schöne an einem Ostseeurlaub? Es gibt Wasser, soweit das Auge reicht. Wenn ihr in Ahrenshoop seid, sollte der Besuch des malerischen Hafens Althagen unbedingt auf eurer To-Do-Liste stehen. Mehr darüber erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Moin moin, ihr Landratten! Wenn ihr noch einen Tipp für euren nächsten Ausflug in der Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst braucht, haben wir hier eine ganz besondere Perle für euch. Heute wird der Hafen nicht mehr für die Fischerei genutzt, ist jedoch eine beliebte Sehenswürdigkeit bei Touristen. Doch wie entstand der Hafen Althagen eigentlich und was macht ihn so besonders? Werfen wir doch einmal einen Blick in die Vergangenheit.

Seit wann gibt es den Hafen Althagen?

Die Geschichte des Hafens begann um das Jahr 1900 herum. Damals wurde eine Anlegestelle an einem Seitenarm des Saaler Boddens errichtet, damit die Fischer aus der Gegend zum Fischen hinausfahren konnten. Für die Fischer aus Ahrenshoop, Nie- und Althagen diente der entstehende Hafen also als Ausgangspunkt für ihre tägliche Arbeit. Doch das war nicht die einzige wichtige Funktion des Hafens: Auch als Verbindungspunkt zwischen Ahrenshoop und Ribnitz-Damgarten spielte er eine entscheidende Rolle. Der Grund: Ein Fährschiff war lange Zeit die einzige Möglichkeit, zwischen den beiden Orten hin- und herzufahren. Eine Straßenverbindung gibt es erst seit dem Jahr 1929.

Unser Tipp für euch: Ein Spaziergang zum Hafen

Althagen, wo der gleichnamige Hafen liegt, ist ein Ortsteil des Ostseebades Ahrenshoop. Wenn ihr dem Hafen einen Besuch abstatten wollt, könnt ihr dies mit einem schönen Spaziergang durch die malerische Boddenlandschaft verbinden. Im nördlichen Teil des Ostseebades befindet sich ein Parkplatz neben dem Gelände der Kurklinik. Richtung Osten findet ihr einen Weg, der euch an Wiesen und Entwässerungsgräben vorbei bis zum Hafen führt. Diese Gräben verlaufen am Deich entlang und fließen schließlich zum Bodden hin wieder ab. Das Spannende: Dieser feuchte Lebensraum beheimatet viele verschiedene Pflanzen und Tiere. Ihr werdet sehen, dass der Spazierweg von schönen Wiesenblumen sowie von Schilf- und Sumpfpflanzen gesäumt ist. Diese Flora ist wiederum genau der richtige Lebensraum für Schmetterlinge, Libellen und eine Reihe unterschiedlicher Vogelarten. Wenn ihr aufmerksam seid und etwas Glück habt, könnt ihr auf dem Weg Richtung Hafen unter anderem Störche, Schwäne, Bachstelzen und Graureiher entdecken.

In eurem Ostseeurlaub in Ahrenshoop warten malerische Landschaften und ganz viel Entspannung auf euch.
Es muss nicht immer das Meer sein: Der Hafen Althagen liegt am Saaler Bodden und nicht an der Ostsee.

Alle Häfen liegen am Meer – oder?

Vielleicht ist es euch schon aufgefallen: Althagen gehört zwar zum Ostseebad Ahrenshoop, liegt jedoch am Saaler Bodden und nicht am Meer. Das ist zwar nicht das Gleiche, aber wer schon einmal am Bodden war, kann bestätigen, dass es sich auch hierbei um ein sehr schönes Gewässer handelt.

Der Bodden umfasst eine beeindruckende Fläche: Zusammengerechnet weisen der Ribnitz See und Saaler Bodden mit 80,5 km² die größte Wasserfläche der gesamten Boddenkette von Fischland-Darß-Zingst auf. Der Saaler Bodden ist zwischen 0,7 bis 3,7 Meter tief und besteht aus vielen Flachwassergebieten.

Welche Fische gibt es im Saaler Bodden?

Der Saaler Bodden gehört zum Nationalpark Vorpommersche Boddenlandschaft. Dieser zeichnet sich durch Gewässer aus, die verschiedene Salzgehalte aufweisen. Durch diese Vielfalt kommen hier etwa 48 unterschiedliche Fischarten vor. Ein Zehntel von ihnen gehört zu den sogenannten Wanderfischen, die zwischen Salz- und Süßwassergebieten hin- und herschwimmen, um zu laichen. Die übrigen Fischarten können je zur Hälfte den Süß- beziehungsweise Salzwasserfischen zugeordnet werden. Bei den Zahlen handelt es sich jedoch nicht um feststehende Größen: Da der Salzgehalt in den verschiedenen Bereichen des Boddens nicht immer konstant ist, kann es auch zu Veränderungen bei den hier lebenden Arten kommen. Und welche Fischarten findet man im Bodden? Zu den heimischen Fischen gehören unter anderem Barsche, Aale, Zander und Neunstachlige. Zum Vergleich: In der Ostsee gibt es rund 39 Arten, darunter Dorsche, Hornhechte und Heringe.

Der Hafen Althagen in Ahrenshoop ist ein sehr schöner Ort, um mit dem Boot zu verweilen.
Im Hafen Althagen könnt ihr mit eurem eigenen Segelboot Halt machen – allerdings gibt es nur einige wenige Liegeplätze.

Was könnt ihr am Hafen Althagen erleben?

Zunächst einmal könnt ihr am Hafen einen wunderschönen Ausblick auf den Bodden genießen. Wenn ihr nach eurem Spaziergang hungrig seid, könnt ihr euch auch erst mal mit einem leckeren, frischen Fischgericht stärken. Vielleicht seid ihr ja auch mit eurem Segelboot angekommen. In dem Fall könnt ihr die Liegeplätze nutzen, die sich an der nördlichen und östlichen Uferseite befinden. Aber Vorsicht: Die Anzahl ist begrenzt.

Wenn ihr Lust auf einen Segeltörn habt, wird euch am Hafen Althagen ebenfalls etwas ganz Besonderes geboten. Hier könnt ihr eine Fahrt mit den traditionsreichen Zeesbooten unternehmen, die mit ihren braunen Segeln unverkennbar sind. Von Mai bis Oktober könnt ihr euch die malerische Boddenlandschaft vom Wasser aus ansehen. Und das war noch längst nicht alles: Der Kapitän der Zeesboote kennt sich bestens aus – sowohl mit der Geschichte der Boote als auch mit der besonderen Landschaft, die ihr vor euch seht. Auf Wunsch werdet ihr auch kulinarisch gut versorgt, zum Beispiel mit einer leckeren Räucherfischplatte. Einen Platz könnt ihr entweder in der Gaststätte des Räucherhauses reservieren oder ihr geht spontan mit an Bord. Ab 10:00 Uhr legen die Zeesboote in der Saison alle zwei Stunden bis 18:00 Uhr ab.

Wenn ihr selbst mit dem Boot unterwegs seid, solltet ihr unbedingt eine Karte dabei haben, da es viele Flachwassergebiete auf dem Bodden gibt. Informiert euch aber unbedingt auch noch einmal vor Ort, da selbst das ausgewiesene Fahrwasser durch den Einfluss der Strömung nicht immer die benötigte Solltiefe hat.

Die Zeesboote tragen viel zum maritimen Flair in der Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst bei. © Shutterstock, ricok
Die Zeesboote sind etwas ganz Besonderes: Jedes Boot ist ein Unikat und zeugt von dem traditionellen Holzbootbau-Handwerk. © Shutterstock, ricok

Was macht die Zeesboote so besonders?

Die aus Eichenholz gefertigten Boote mit ihren charakteristischen braunen Segeln haben eine lange Tradition. Besonders in der letzten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden sie für den Fischfang in der heutigen Urlaubsregion Fischland-Darß-Zingst verwendet. Mit ihrem geringen Tiefgang eigneten sie sich hervorragend für die Fischerei in den Lagunengewässern des Boddens. Dabei hatte jeder Fischer sein eigenes Boot, das nicht nur auf bestimmte Bereiche der Boddengewässer ausgerichtet, sondern auch nach den individuellen Ansprüchen seines Besitzers gefertigt war. Kurzum: Jedes Zeesboot war und ist ein echtes Unikat.

Und woher kommt die Bezeichnung Zeesboot? Diese leitet sich von der Fangtechnik ab. Man sprach vom „Zeesten“, wenn die Fischer die Segel gegen den Wind ausrichteten und quer zur Windrichtung segelten. Dabei wurde ein großes Netz hinter dem Zeesboot hergezogen.

Wusstet ihr, dass die Zeesboote zum UNESCO Weltkulturerbe gehören? Damit wird nicht nur der langjährigen maritimen Tradition Tribut gezollt, sondern auch dem Handwerk des Holzbootbaus und der Segelmacherei. Wir finden: Noch ein Grund mehr, sich diese besonderen Boote einmal ganz aus der Nähe anzusehen.

Wann lohnt sich ein Besuch des Hafens besonders?

Generell lohnt sich ein Besuch des Hafens Althagen zu jeder Jahreszeit. Eine Zeesbootfahrt ist natürlich während der wärmeren Monate ein besonders Vergnügen. Aber auch im Spätsommer, und zwar am dritten Septemberwochenende, gibt es hier mit der jährlichen Althäger Fischerregatta etwas Besonderes zu sehen.

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